Sie befinden sich gerade im folgenden Pfad:

Evaluation belegt: Therapiezirkel-Konzept wirkt – Hessische Hausärzte haben bei Arzneimitteln über 32 Millionen Euro eingespart

Pressemeldung der KV Hessen vom 15. April 2009

Frankfurt, 16. April 2009 - Nun ist es wissenschaftlich belegt: Der im Jahr 2005 zwischen den meisten hessischen Ersatzkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen geschlossene Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) hat massive Kosteneinsparungen gebracht. Gegenüber einer Vergleichsgruppe von Hausärzten, die nicht an den vom AQUA-Institut aus Heidelberg durchgeführten Qualitätszirkeln zur Pharmakotherapie teilgenommen haben, wurden allein im Arzneimittelbereich bis zum ersten Quartal 2008 mehr als 32 Millionen eingespart. Da der Vertrag aber noch bis Ende 2008 fortgesetzt wurde, dürften die realen Einsparungen sogar noch höher ausfallen.

Die Einsparungen fallen auch deshalb höher aus, weil sich in der Vergleichsgruppe auch Ärzte befanden, die an einem anderen Pharmakotherapiezirkel-Konzept teilgenommen haben (PMV-Gruppe Köln). Da die Beteiligung hessischer Hausärzte an der HZV erfreulicherweise außerordentlich hoch war, musste aus statistischen Gründen zum Vergleich der Wirksamkeit auch auf diese Ärzte zurückgegriffen werden. Dies führt jedoch dazu, dass die Einsparungen tendenziell zu niedrig ausgewiesen werden, da ja auch Ärzte im anderen Therapie­zirkelkonzept Arzneiausgaben eingespart haben. Dass die Hausarztzentrierte Versorgung in Hessen besonders positive Effekte erzielt, belegten bereits bisherige Ergebnisse einer unabhängigen wissenschaftlichen Evaluation des AQUA-Institutes unter Leitung von  Prof. Dr. Joachim Szecsenyi. Nun steht aber auch fest, dass alleine durch die Pharmakotherapiezirkel, die das Heidelberger Institut im Auftrag der KV Hessen durchgeführt hat und an denen über 1600 hausärztliche Praxen in Hessen teilgenommen haben, die Ausgaben für die Krankenkassen bei Arzneimitteln deutlich gesenkt werden konnten. Berechnungen mit Hilfe der offiziellen Ausgaben- und Verordnungsdaten der Krankenkassen zeigten, dass sich die Hausärzte gegenüber einer gleich großen Vergleichsgruppe in der überwiegenden Mehrzahl der betrachteten Indikatoren positiv entwickelten. Indikatoren waren beispielsweise Kosten pro Fall, Anteil der Generika am Gesamtmarkt, Anteil der Analogpräparate mit hohem Einsparpotential, Wirkstoffzahl pro Praxis, Alterspatienten mit potenziell problematischen Wirkstoffen und weitere andere Indikatoren. Es wurde also nicht bloß gespart, sondern die Pharmakotherapiezirkel hatten auch einen positiven Effekt hinsichtlich der Arzneimittelsicherheit und der Arzneimittelinteraktion.

Da das Pharmakotherapiezirkelprojekt auch noch nach dem Evaluationsende, d. h. im zweiten Quartal 2008 fortgesetzt wurde, ist davon auszugehen, dass die Einsparungen noch deutlich über dem bisher identifizierten Betrag liegen.

Die Auswertung von Qualitätsindikatoren wie beispielsweise die Arzneimittelsicherheit und Interaktionen auf Grund von Multimedikation zeigt zudem, dass die beschriebenen deutlichen Kosteneinsparungen keineswegs zu Lasten der Patienten gegangen sind, sondern dass in vielen Bereichen auch gleichzeitig eine Qualitätsverbesserung festzustellen ist. Nutznießer der massiven Einsparungen sind also vor allem die hessischen Krankenkassen, die dieses Erfolgsmodell trotzdem bedauerlicherweise zum Jahresende 2008 beendet haben. Die Zukunft der Hausarztzentrierten Versorgung in Hessen steht damit zurzeit in den Sternen.

Hinweis an die Redaktion: Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich gerne an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 / 79502-755, Silvia Herzinger, Telefon 069 / 79502-682, Cornelia Wachsen, Telefon 069 / 79502-580, Telefax 069 / 79502-501, E-Mail: .

25.09.2009
nach oben


 

Das Web-TV der KVen

neuere Nachrichten


ältere Nachrichten

info.line

Sie haben noch Fragen?
Unsere info.line steht Ihnen zur Verfügung:
Tel: 069 79502-602
Fax: 069 79502-640
Sprechzeiten:
Mo., Di. und Do.
von 8 bis 17 Uhr
sowie Mi. und Fr.
von 8 bis 16 Uhr
Sitemap | Newsletter | Kontakt | Hilfe | Impressum