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Honorarplus auch in Hessen – Positive Momentaufnahme kann fortbestehende Unterfinanzierung jedoch nicht überdecken

Pressemeldung der KV Hessen vom 27. Juli 2009

Frankfurt, 27. Juli 2009 - Die hessischen Ärzte und Psychotherapeuten verzeichnen im ersten Quartal 2009 mehrheitlich steigende Honorare. Im Vergleich zum 1. Quartal des Jahres 2008 sind die Honorare in Hessen um rund 8,3 % gestiegen. Allerdings gibt es nicht nur Gewinner: Während rund 75 % der hessischen KV-Mitglieder ein höheres Honorar verzeichnen, muss rund ein Viertel Verluste hinnehmen, die teilweise mehr als 20 % des bisherigen Honorars ausmachen. Besonders negativ wirkt sich nun aus, dass Hessen bei den Verhandlungen in Berlin im vergangenen Herbst rund 74 Millionen € an Honorar einfach gestrichen wurden.

Für die Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Dr. med. Margita Bert und Dr. med. Gerd W. Zimmermann, fällt die erste Zwischenbilanz der Honorarreform deshalb zwiespältig aus: "Das Versprechen der Politik, unsere Honorare um 10 % anzuheben, wird in Hessen noch nicht einmal im Schnitt eingelöst. Zudem darf die insgesamt positive Momentaufnahme nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ergebnisse des zweiten und dritten Quartals die Zuwächse des ersten Quartals wieder deutlich nach unten korrigieren werden. Die Simulation der Abrechnungsergebnisse der beiden kommenden Abrechnungsquartale zeigt uns schon jetzt deutlich, dass es gerade im fachärztlichen Bereich geringere Zuwächse und mehr Verlierer geben wird. Das nun erzielte Honorarplus wird im Jahresschnitt also deutlich unter dem politischen Versprechen zurückbleiben. Wir haben lediglich einen kleinen Schritt auf dem Weg zu einer angemessenen Vergütung ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen gemacht."

Neben den geschilderten Gesamtergebnissen zeigt die vier Tage vor dem eigentlichen Restzahlungstermin fertig gestellte Quartalsabrechnung einen hohen Übereinstimmungsgrad von Simulation und erfolgter Echtabrechnung. Durch diese Simulationen war es der KVH bereits in den ersten Monaten des Jahres gelungen, die nun ermittelten Abrechnungsergebnisse für die einzelnen Praxen mit hoher Genauigkeit zu prognostizieren. Zahlreiche hessische Praxen hatten von diesem Service-Angebot der KVH Gebrauch gemacht, wodurch die Verunsicherung über die zu erwartende Honorarentwicklung bei den hessischen KV-Mitgliedern im Vergleich zu anderen Bundesländern geringer ausfiel.

Trotz der Zugewinne bleibt für die Vorstandsvorsitzenden die Kritik an der Grundsystematik der Honorarverteilung bestehen. "Die bundeseinheitlichen Vorgaben schreiben uns vor, dass wir für bestimmte Leistungen vorab Geld zurückstellen müssen, das dann für die Ausstattung der Regelleistungsvolumina (RLV) und damit für die Basisversorgung fehlt. Ärztinnen und Ärzte, die keine oder nur wenige dieser besonders geförderten Leistungen anbieten, bleiben so auf niedrigem Vergütungsniveau oder erleiden sogar Verluste. Diese Abwärtsspirale muss durch eine Änderung der Systematik durchbrochen werden: Es müssen auch ausreichende Mittel für die Basisversorgung zur Verfügung gestellt werden und nicht nur für Spezialleistungen Zudem dürfen wir eins nicht vergessen. Angesichts einer immer noch vorhandenen Unterfinanzierung von 30 % bei den ambulanten Leistungen in Hessen bleibt selbst bei einem Jahresplus von angenommenen 6 % ein strukturelles Minus von knapp 25 % bestehen. Das bedeutet, dass noch immer ein Viertel unserer Arbeit nicht bezahlt wird. Und wir Hessen wurden zudem um weitere 74 Millionen € Honorar 'geprellt': Trotz eines nachgewiesenen Behandlungsbedarfs in dieser Höhe wurde der hessische Honoraranteil in Berlin im letzten Herbst um diesen Betrag gekürzt. Dieses Geld wird in den Praxen unserer Kolleginnen und Kollegen dringend benötigt."

Einige Abrechnungsergebnisse im Detail: Die Honorarsumme in Hessen ist im ersten Quartal 2009 um 8,3 % oder 45,2 Millionen € gestiegen. Die Honorarzuwächse für Hausärzte liegen im Schnitt bei 5,7 %, bei den Fachärzten ergibt sich ein Gesamtplus von durchschnittlich 13,6 %.

 

Hinweis an die Redaktion: Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich gerne an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 / 79502-755, Silvia Herzinger, Telefon 069 / 79502-682, Cornelia Kur, Telefon
069 / 79502-580, Telefax 069 / 79502-501, E-Mail: .

14.09.2009
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