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Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Pressemeldungen 2016

Vorstand der KVH zur Kodierdebatte

12.10.2016

Dastych: „Äußerungen seitens der Politik sind unerträglich! - Kodierdebatte ist willkommener Anlass fürs Ärztebashing“

Frankfurt, 12.10.2016 – Energisch hat sich Hessens KV-Vorsitzender Frank Dastych heute gegen die vom Chef der Techniker Krankenkasse Jens Baas gemachten Vorwürfe in der Debatte um angebliches Falschkodieren verwahrt. Er erklärte dazu heute in Frankfurt:

„Für mich stellt sich im Zusammenhang mit den Äußerungen von Herrn Baas doch ernsthaft die Frage, ob der TK-Chef überhaupt weiß, wovon er spricht. Die für die Krankenkassen in allererster Linie wichtigen Diagnosen sind wie zuvor, auch für das Ausgleichsjahr 2016 vom Bundesversicherungsamt festgelegt worden. Dabei handelt es sich um solche Erkrankungen wie HIV/AIDS, Essstörungen, Schlaganfall, Mukoviszidose, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, traumatische Amputationen einer Extremität, um nur einige Beispiele zu nennen.

Zudem sind einige Diagnosen nur dann zuschlagsrelevant, wie das BVA auf seiner eigenen Homepage erklärt, wenn sie aus der Krankenhausversorgung stammen, andere nur dann, wenn bestimmte Arzneimitteltherapien nachgewie-sen werden. Die übrigen Diagnosen wiederum werden nur dann "aufgegriffen", wenn sie in wenigstens zwei Quartalen als behandlungsrelevante Diagnose identifiziert wurden.

Wie sich Ärzte solche schwerwiegenden Erkrankungen ausdenken sollen, dann wenigstens 2 Quartale an die KV melden und dann ggf. noch die Arz-neimittelverordnungen fälschen sollten, um sie dann ihren Patienten angeblich zu verpassen, entzieht sich doch eigentlich jeglichem logischen Zugang – schon gar nicht für lächerliche zehn Euro pro Quartal für dieses Falschko-dieren. Und der Patient sollte von all dem am besten auch gar nichts erfahren.

Offensichtlich ist der TK-Chef an dieser Stelle ins Fabulieren geraten und gewisse Kreise aus der Politik nehmen das dankend auf. Möglicherweise liegt es auch nur einfach daran, dass  – wie sich aus meiner Sicht zu Recht der Chef des AOK-Bundesverbandes geäußert hat – die TK jahrelang mit ihrem Geschäftsmodell nur auf gesunde Versicherte gesetzt hat und jetzt den Abfluss von Milliarden Euro Jahr für Jahr registrieren muss. Das Ganze ist ein Angriff auf den Gesundheitsfond insgesamt und den Risikostrukturausgleich im Speziellen. Eine Kasse, die sich aber konsequent der Versorgung chronisch kranker Menschen entzieht, muss sich erst einmal fragen lassen, welche Rolle sie im deutschen Gesundheitsmarkt spielen will. Bereits jetzt deuten ja die massiven Überschüsse bei gewissen Krankenkassen darauf hin, dass gerade Kassen mit überwiegend jungen und gesunden Mitgliedern hier viel zu gut weg kommen und diese Überschüsse dann in der Versorgung fehlen. Dass die unhaltbaren Äußerungen von Herrn Baas nun auch noch zu einer erneuten Runde im beliebten Ärztebashing von Seiten der Politik genutzt werden, ist umso bedauerlicher, weil die Vorwürfe auch nicht ansatzweise überprüft bzw. belegt werden konnten. Als Chef der TK hätte er doch gleich die Beweise auf den Tisch legen können. Teile der Politik unterstellen jetzt bereits wieder, Ärzte würden so handeln. Das ist unerträglich und ein weiterer Baustein, insbesondere die ambulante Grundversorgung und hier besonders die hausärztliche Versorgung in Deutschland immer unattraktiver zu machen.

Jeder Arzt, der noch bei Sinnen ist, würde doch keinem seiner Patienten eine solch schwerwiegende Diagnose quasi einfach zuschieben. Die straf-, zivil- und berufsrechtlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, einem Patienten zum Beispiel eine HIV-Erkrankung anzuhängen, obwohl er keine hat, die sind so weitreichend, dass man die Vorwürfe aus der TK nur als lächerlich ansehen kann. Wer glaubt denn ernsthaft, man könne einen Arzt mit zehn Euro dazu bewegen, aus irgendeinem Patienten einen Tumor- oder HIV-Patienten zu machen.

Unbeschadet dessen ist es natürlich im Interesse jeder KV und aller Kranken-kassen, die im nennenswerten Umfang chronisch Kranke Menschen als Mitglieder haben, dass richtig kodiert wird. Offenbar stört die TK in Wirklichkeit aber genau das. Dass es KVen und Krankenkassen gibt, die jetzt vermehrt darauf achten, dass bei ihren chronisch kranken Patienten und Versicherten auch richtig codiert wird. Allein dies scheint beim Chef der TK schon auszu-reichen, um derart zu reagieren. Die TK sieht hier wohl in erster Linie ihr eigenes Geschäftsmodell in Gefahr.“

Hinweis an die Redaktion:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


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