Nach obenZur Suche

Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

KVH|Sammelkorb aufrufen  Sammelkorb für Downloads:

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Sie haben noch keine Downloads gesammelt.

Schon gesehen?

Das neue Auf den Punkt ist da!

Titelthema der Ausgabe 3-2017: "Niederlassung? Ja bitte"

Mehr

Pressemeldungen 2017

KV Hessen weist Kritik an Reform der Gebührenordnung bei Notfallpatienten zurück

28.02.2017

Mit deutlichen Worten haben heute die beiden Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, auf die Kritik an der Änderung der Gebührenordnung für Notfallpatienten reagiert. Im Sana-Klinikum in Offenbach findet dazu am 1. März 2017 eine Pressekonferenz statt, in der die Leiter hessischer Notfallambulanzen über die angeblich negativen Folgen der Neuregelung informieren wollen.

Dazu erklärten die Vorsitzenden heute in Frankfurt: „Im deutschen Gesundheitswesen gilt der Grundsatz 'ambulant vor stationär', durch den der Versichertengemeinschaft Jahr für Jahr Milliarden an Euro gespart werden. Dieser Grundsatz ist von den Kliniken in den letzten Jahren konsequent unterlaufen worden, indem sie sich immer mehr in der ambulanten Versorgung breit gemacht haben. Der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Versorgung liegt aber bei den Kassenärztlichen Vereinigungen und damit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten. Unsere Analysen zeigen, dass rund 40 Prozent der Behandlungsfälle von Notfallambulanzen zu Zeiten entstehen, in denen die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte geöffnet sind und die Notfallambulanzen gar nicht behandeln dürften – von tatsächlichen Notfällen abgesehen. Viele Abrechnungen von hessischen Krankenhäusern sind an dieser Stelle auffällig, werden von der KV bereits seit einem Jahr genauer kontrolliert und zu Unrecht abgerechnete Positionen gestrichen. Es ist gut, dass die Gebührenordnung hier nun für alle Beteiligten Klarheit schafft und die Modalitäten für die Abrechnung regelt.

Wir sind nicht überrascht, dass sich die Kliniken nun zu Wort melden, immerhin geht Ihnen ein in den vergangenen Jahren überaus lukratives Geschäftsmodell verloren. Allerdings sollten die Kliniken mit ihrer Kritik bei der Wahrheit bleiben. Die Reform der Gebührenordnung ist auf Bundesebene beschlossen worden, betrifft damit eben das gesamte Bundesgebiet und ist also kein hessisches Thema. Zudem wurde die nun in der Gebührenordnung implementierte Abklärungspauschale eigens auf Initiative der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) geschaffen, die nun wiederum von hessischen Kliniken scharf kritisiert wird. Schuld daran soll allerdings in der Lesart der Kliniken die KV sein. Zusätzlich erhalten die Kliniken noch erhebliche Zuschläge für echte Notfälle und schwer kranke Patienten. Aber eben nur für diese, während die DKG 150 Euro für alle Fälle, also auch beispielweise für Schnupfen und Fußpilz, gefordert hat. Diese Tatsachen werden bei der laufenden Desinformation von Seiten der Krankenhäuser unterschlagen.

Zudem wird von den Krankenhäusern immer gerne übersehen, wo ein weiteres zentrales Problem liegt. Krankenhausärzte sind bis auf Einzelfälle in der Regel nicht ausreichend qualifiziert, um ambulante Behandlungen gut und wirtschaftlich durchzuführen. Nur ist es auch hier nicht Aufgabe der KV, dieses Qualitätsdefizit finanziell auszugleichen.

Wir haben großes Verständnis für den Existenzkampf vieler hessischer Kliniken, die eigentlich weder vom Bedarf noch ihrer Qualität auf der Versorgungslandkarte erhalten bleiben dürften. Allerdings werden wir Versuchen, diese Kliniken durch Quersubventionierungen aus den ambulanten Honorartöpfen künstlich am Leben zu erhalten, in Zukunft mit Nachdruck entgegen treten. Und auch der Vorwurf, nun seien Leib und Leben der Patienten in Gefahr, ist dreist und populistisch. Die Kliniken spielen damit mit den Ängsten der Bevölkerung, obwohl sie genau wissen, dass ein Großteil der dort auflaufenden Patienten Bagatellfälle sind, die man innerhalb kürzester Zeit in die richtige, nämlich die ambulante Versorgungsebene verweisen müsste. Zumal sie dort auch noch qualitativ besser versorgt werden. Offenbar soll aber das Wahljahr 2017 hier gezielt ausgenutzt werden, um mit den Ängsten der Bevölkerung die unverschämten Honorarforderungen der Krankenhäuser doch noch durchzusetzen. Das, was für qualifizierte Haus- und Fachärzte Alltagsgeschäft ist, nämlich innerhalb von Minuten zu entscheiden, ob Leib und Leben in Gefahr sind, sollte den Krankenhäusern doch eigentlich auch möglich sein. Gelingt das nicht, muss man wohl eher von Qualitätsdefiziten der Behandlung im Krankenhaus sprechen und diese angehen.“

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


einen Moment bitte