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Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Pressemeldungen 2017

Marburger Bund als fünfte Kolonne der DKG

11.05.2017

Für den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen hat sich der Marburger Bund (MB) mit seiner Pressekonferenz zur ambulanten Notfallversorgung nachhaltig diskreditiert und endgültig als „fünfte Kolonne“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft entpuppt.

Der MB hatte vor zwei Tagen in Berlin Eckpunkte für eine Strukturreform der medizinischen Notfallversorgung vorgestellt. Dazu erklärten die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, heute in Frankfurt: „Beschäftigt man sich im Detail mit den vorgestellten Eckpunkten, wird deutlich, dass der MB wie so oft ausschließlich die Interessen der Krankenhäuser vertritt. Denn neben oberflächlich vernünftigen Vorschlägen, wie der Ausrichtung der Patientensteuerung an der Behandlungsdringlichkeit, findet sich im Eckpunktepapier ansonsten vorrangig die Handschrift der DKG. Und das bedeutet: Notfallversorgung wird als Geschäftsmodell für defizitäre Kliniken und als Instrument zum Auffüllen von Krankenhausbetten verstanden.

Die KV Hessen hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass eine entschlossene Reform der Bereitschaftsdienststrukturen die Versorgung nachhaltig verbessert. Denn in Hessen sind ab diesem Jahr bereits knapp 90 Prozent der Bereitschaftsdienstzentralen an Kliniken untergebracht, die Voraussetzungen für eine strukturierte Behandlung also geschaffen. Anstatt diese strukturierte Versorgungsebene der KVen wertzuschätzen und zu nutzen, wird sie vom MB und der DKG konsequent schlecht geredet. Zudem erleben wir, dass die eingangs noch willkommen geheißenen Zentralen an vielen Orten zunehmend boykottiert werden, wenn dadurch die Umsätze und Belegungen der Krankenhäuser beeinträchtigt werden.

Mehr als durchschnittlich 1.300 Anrufe pro Tag in den hessischen Dispositionszentralen über die bundesweite Rufnummer 116117 beweisen zudem, dass die Nummer nicht so unbekannt sein kann, wie von MB und DKG behauptet. Zumal die Kliniken selbst in vielen Fällen viel zu wenig dafür tun, die Bereitschaftsdienstzentralen in den eigenen Häusern bekannt zu machen. Uns drängt sich an dieser Stelle der bereits öfter formulierte Verdacht auf, dass die Kliniken vielleicht doch ein großes Interesse daran haben, dass die Patienten in den Notaufnahmen landen. Denn nur so ist ja das Geschäftsmodell der Krankenhausbettenbelegung mit so genannten Notfallpatienten aufrecht zu erhalten. Viele Krankenhäuser füllen so bis zu 50 Prozent ihrer Betten.

Trotz mangelnder Kooperationswilligkeit einiger Kliniken wird die KV Hessen in der nächsten Woche eine hessenweite Kampagne vorstellen, die die Bekanntheit der Bereitschaftsdienstnummer 116117 noch weiter steigern soll. Wir wollen damit zeigen, wie ernst wir unseren Sicherstellungsauftrag für die ambulante Notfallversorgung nehmen und auf Informationsdefizite reagieren, die vor allem bei Patientinnen und Patienten bestehen, die es aus ihren Herkunftsländern gewohnt sind, bei medizinischen Problemen direkt ein Krankenhaus aufzusuchen. Indes dürfen wir nicht die Augen davor verschließen, dass es auch viel zu viele Patienten gibt, die aus Bequemlichkeit oder weil sie nicht warten wollen, ins Krankenhaus gehen. Hier ist es nötig, dass die Akteure gemeinsam mit der Politik sinnvolle Steuerungsmechanismen entwickeln.

Das schlichte Akzeptieren der Patientenströme in die Notfallambulanzen, wie von der DKG gefordert, ist hingegen der falsche Weg. Niemand käme auf die Idee, die Richtgeschwindigkeit innerorts auf 70 km/h zu erhöhen, nur weil man feststellt, dass sich viele Autofahrer nicht an die Begrenzungen halten. Der Staat würde hier vielmehr durch verstärkte Kontrollen darauf hinwirken, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebenen Regeln halten. Gleiches gilt im Gesundheitswesen. Der sinnvolle, weil viel kostengünstigere Grundsatz ‘ambulant vor stationär’ darf nicht zur Disposition gestellt werden. Politik und Gesundheitsakteure sind aufgefordert, ihn im Sinne der Versicherten durchzusetzen. Zumal wir hier tatsächlich über höchsten 5 bis 10 Prozent der Patienten in diesem Bereich reden. Weit über 90 Prozent der Akutpatienten werden doch tagtäglich bereits in unseren Vertragsarztpraxen und/oder in unseren Bereitschaftsdienstzentralen behandelt.

Auch aus regionaler, hessischer Sicht war die Pressekonferenz aufschlussreich, forderte doch mit Dr. Susanne Johna die Vorsitzende des MB aus Hessen, dass sich zukünftig alle Ärztinnen und Ärzte an der Notfallversorgung beteiligen sollen. Diese Forderung ist insofern bemerkenswert, weil ausnahmelos alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der KV Hessen nicht nur bereits zur Teilnahme am Bereitschaftsdienst verpflichtet sind. Sie kommen dieser Verpflichtung auch nach. Offenbar ist das dem MB neu. Die Landesärztekammer Hessen, deren Präsidiumsmitglied Frau Dr. Johna auch ist, hat dagegen jahrelang die Teilnahme der Privatärzte in der ambulanten Notfallversorgung blockiert und musste erst durch den Landesgesetzgeber eines Besseren belehrt werden.“

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


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