Nach obenZur Suche

Liebe Journalisten, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Medienvertreter. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

KVH|Sammelkorb aufrufen  Sammelkorb für Downloads:

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Sie haben noch keine Downloads gesammelt.

Schon gesehen?

Das neue Auf den Punkt ist da!

Titelthema der Ausgabe 3-2017: "Niederlassung? Ja bitte"

Mehr

Pressemeldungen 2017

Realitätsverlust beim Marburger Bund Hessen

07.03.2017

Entschieden zurückgewiesen hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Frank Dastych, Aussagen von Hessens Vorsitzender des Marburger Bundes (MB), Dr. Susanne Johna, zur Notfallversorgung. Dr. Johna hatte unter anderem behauptet, die Patienten gingen vermehrt ins Krankenhaus, weil der eigentlich behandelnde Vertragsarzt nicht verfügbar sei und Kliniken trügen die Hauptlast an den in den letzten zehn Jahren verdoppelten Patientenzahlen in der ambulanten Notfallversorgung. Zudem hatte sie gefordert, die Bereitschaftsdienstzentralen an Krankenhäusern anzusiedeln.

„Frau Dr. Johna bleibt leider für Ihre Behauptungen jeden Beweis schuldig und kennt offensichtlich auch nicht die hessischen Strukturen. Zudem betrachten wir die Aussage, niedergelassene Ärzte seien für Akutbehandlungen nicht verfügbar, als unhaltbare Unterstellung. Zumal Frau Dr. Johna auch Präsidiumsmitglied der Landesärztekammer ist und es in der Realität besser wissen müsste. Zur Versachlichung der Diskussion, wie von ihr gefordert, trägt es sicherlich auch nicht bei, sich als Medizinerin und Verbandsfunktionärin zum Büttel der finanziellen Interessen von Krankenhaus-Verwaltungen zu machen. Wobei die Allianz zwischen Krankenhausgesellschaften und Marburger Bund, insbesondere gegen die niedergelassenen Fachärzte, ja nichts Neues ist. Es ist sicher notwendig, die Schnittstelle von ambulanter und stationärer Versorgung anzugehen und gerade die Notfallversorgung strukturell anzupassen. So sind aber inzwischen in Hessen in über 80 Prozent der Fälle die Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentralen an Krankenhäusern.

Zu einer guten und wirtschaftlichen Notfallversorgung gehören klare und verbindliche Regeln, wer für was zuständig ist, klare Abrechnungsmodalitäten und eine vernünftige Patientensteuerung. Das sollte auch Frau Dr. Johna wissen. Gerade Hessen ist hier sogar vorbildlich, was die Ansiedlung von Bereitschaftsdienstzentralen an Krankenhäusern betrifft. Die Infrastruktur ist also vorhanden, was offensichtlich fehlt, ist auf Seiten gewisser Kliniken aus Profitinteresse die Bereitschaft, diese auch zu nutzen. Und genau vor dieses Interesse und gegen die niedergelassenen Haus- und Fachärzte stellt sich hier Frau Dr. Johna mit ihren Unterstellungen. Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob die Notfallambulanzen denn tatsächlich so ausgelastet sind, wie immer behauptet wird. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung hat in der letzten Woche Zahlen vorgelegt, die mehr als Zweifel an dieser These begründen. Demnach haben Notfallambulanzen im Jahr 2015 im Schnitt einen Patienten pro Stunde behandelt. Dabei sind noch nicht einmal die Patienten abgezogen, die offensichtlich von Krankenhäusern gezielt einbestellt und dann im sogenannten Notdienst abgerechnet werden.

Vielleicht wird aus Dr. Johnas Aussagen dann ein Schuh, wenn man bedenkt, dass in Hessen demnächst Kammerwahlen anstehen. Die Front des MB gegen die Niedergelassenen soll offenbar frühzeitig geschlossen und der Wahlkampf eröffnet werden“, so der Vorsitzende. „Was Frau Dr. Johna aber auf jeden Fall erreicht hat, ist, dass sie den Marburger Bund in Hessen erneut disqualifiziert hat.“

Hinweis an die Redaktionen:

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 24741-6995, Petra Bendrich, Telefon 069 24741-6988, Telefax 069 24741-68818, E-Mail: presse(at)kvhessen.LÖSCHEN.de.


einen Moment bitte