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Liebe Mitglieder, wer gehört werden will, muss sein Gegenüber kennen. Wir verstehen uns als Kommunikations-Manager. Mitglieder erwarten von uns andere Informationen als Kollegen oder Journalisten. Daher schreiben wir zielgruppengerecht in „Auf den Punkt“, für die interne Kommunikation oder für Tageszeitungen und andere Medien.

Petra Bendrich,
Kommunikation,
stellv. Pressesprecherin

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Rundschreiben 2016

Hier finden Sie die Rundschreiben der KV Hessen aus dem Jahr 2016.

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Rundschreiben 2015

Hier finden Sie die Rundschreiben der KV Hessen aus dem Jahr 2015.

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Rundschreiben der KV Hessen 2017

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung (sQS)

04.12.2017

Start des Verfahrens „Postoperative Wundinfektionen“ im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung

Rundschreiben vom 30.11.2017

Adressaten: Alle operativ tätigen Ärztinnen und Ärzte der Fachgruppen

− Chirurgie/Allgemeinchirurgie
− Gefäßchirurgie
− Viszeralchirurgie
− Orthopädie/Unfallchirurgie
− Plastische Chirurgie
− Gynäkologie und Geburtshilfe
− Urologie

 

Allgemeine Informationen und Hinweise

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

die Vermeidung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen ist das Ziel eines neuen gesetzlichen Qualitätssicherungsverfahrens in Praxen und Kliniken, das mit einer zukünftig jährlichen Einrichtungsbefragung zum 1. Januar 2018 im Bereich der vertragsärztlichen Versorgung starten wird. Die Befragung erfasst die Daten zum Hygienemanagement jeweils mit Bezug auf das vorangegangene Jahr. Im Bereich der stationären Versorgung wurde das Verfahren bereits Anfang 2017 eingeführt. Den gesetzlichen Vorgaben folgend, hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL) die Einzelheiten dieses Verfahrens festgelegt. Sie ist im Internet unter
www.g-ba.de/informationen/richtlinien/72/ veröffentlicht.

Mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen zunächst einen Überblick geben, wie das Verfahren grundsätzlich abläuft.

Worum geht es bei dem neuen Verfahren?

Die Krankenhäuser erfassen seit 1. Januar 2017 laufend postoperative Wundinfektionen, die zu einer stationären Aufnahme geführt haben. Durch die Verknüpfung dieser Daten mit Sozialdaten der Krankenkassen ist es möglich, diese Wundinfektionen zurückzuverfolgen und festzustellen, wo der ambulante oder stationäre Eingriff erfolgt ist. Die jeweiligen Einrichtungen erhalten über die dokumentierten Wundinfektionen jährlich einen Bericht. Dieser stellt die Ergebnisse der eigenen Einrichtung im Jahresverlauf und in Gegenüberstellung einer Vergleichsgruppe dar.

Was sind die Zielsetzung und der grundlegende Ablauf?

Geeignete Indikatoren sollen dazu dienen, die Infektionsprävention zu verbessern.

Operierende Ärzte in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren, OP-Zentren und Krankenhäusern, die sogenannte „Tracer-Eingriffe“ – vordefinierte Eingriffe und Operationen – durchführen, müssen darüber hinaus jährlich ihr Hygiene- und Infektionsmanagement dokumentieren. Dies erfolgt im vertragsärztlichen Bereich im Rahmen einer webbasierten Befragung, die bis 28. Februar eines jeden Jahres durchgeführt werden muss. Weitere Dokumentationspflichten bestehen für den vertragsärztlichen Bereich nicht.

Aufgrund des innovativen Charakters des QS-Verfahrens dienen die ersten fünf Jahre der Durchführung als Erprobungszeitraum. Für die teilnehmenden Leistungserbringer heißt das, dass auf Basis der Auswertungen grundsätzlich keine qualitätssichernden Maßnahmen wie z. B. Audits durchgeführt werden. Ausnahmen kann es bei Auffälligkeiten geben, die einen dringenden Handlungsbedarf anzeigen.

Welches sind die Tracer-Eingriffe?

Eine Auflistung der Tracer-Eingriffe, getrennt nach Fachgruppen, findet sich auf den Internetseiten der KBV: www.kbv.de/html/sqs.php .

Welche Praxen sind verpflichtet, an der Einrichtungsbefragung teilzunehmen?

Kriterium für die verpflichtende Teilnahme an der Einrichtungsbefragung ist die Durchführung von mindestens einem Tracer-Eingriff in den beiden ersten Quartalen eines jeden Jahres. Daraus ergibt sich die individuelle Dokumentationspflicht für das Folgejahr. Die KV Hessen teilt den betroffenen Betriebsstätten im Laufe des vierten Quartals eines jeden Jahres die festgestellte Dokumentationspflicht mit.

Welche Fachgruppen sind betroffen?

Betroffen sind Ärzte der Fachrichtungen Chirurgie/Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Urologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe.

Wie läuft die Einrichtungsbefragung ab?

Die Daten der Einrichtungsbefragung werden mittels eines webbasierten Fragebogens erhoben, der über das KV-SafeNet-Portal aufgerufen werden kann. Die Einrichtungsbefragung ist nur einmal je Hauptbetriebsstätte zu beantworten. Wenn mehrere Ärzte einer Betriebsstätte Tracer-OPs durchgeführt haben, muss entschieden werden, wer den Fragebogen ausfüllt. Sollten Belegärzte die definierten Operationen nicht nur im Krankenhaus, sondern auch ambulant im Rahmen ihrer Praxistätigkeit durchführen, füllen sie die Dokumentationsbögen für die ambulante sowie für die stationäre Betriebsstätte aus. Für letztere können die Daten des Krankenhauses herangezogen werden. Alle notwendigen Einzelheiten zum Ablauf erhalten Sie in der individuellen Mitteilung zur Dokumentationspflicht in einem weiteren Rundschreiben.

Wie können sich die Praxen auf die Befragung vorbereiten?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Hygiene und Medizinprodukte der KVen umfangreiche Informations- und Unterstützungsmaterialien zusammengestellt und im Internet zugänglich gemacht; Sie finden diese unter: www.kbv.de/html/sqs.php. Diese umfassen u.a. eine ausführliche Ausfüllanleitung mit zahlreichen inhaltlichen Hinweisen.

Auch die Bundesauswertungsstelle, angesiedelt beim Institut für Qualität und Trans­parenz im Gesundheitswesen (IQTIG) in Berlin, stellt auf ihren Internetseiten neben den Fragebögen zahlreiche weitere Informationen zur Verfügung, z. B. zur Berechnung der Indikatoren und Infektionsraten, zur Erstellung der jährlichen Berichte und zum Verfahrensablauf: www.iqtig.org/qs-verfahren/qs-wi/ .

Voraussichtlich Mitte Dezember erhalten alle dokumentationspflichtigen Ärztinnen und Ärzte von unserer hierfür zuständigen Fachabteilung ein weiteres Rundschreiben mit allen notwendigen Informationen zur Durchführung der Einrichtungsbefragung.

 

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

 

Frank Dastych
Vorstandsvorsitzender

 

 


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