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Liebe Mitglieder, Qualitätssicherung gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der ambulanten Versorgung. Um die Qualität der medizinischen Leistungen abzusichern, bedarf es unterschiedlicher Verfahren: von der Genehmigung bis hin zur QS-Prüfung. Wir unterstützen Sie gerne bei Fragen zu den benötigten Qualifikationen und Voraussetzungen. Sprechen Sie uns jederzeit an.

Heike Morbitzer,
Qualitätssicherung Substitution und HIV

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Qualitätssicherung und Genehmigungspflicht

Herzschrittmacher-Kontrolle

17.07.2017

Hier finden Sie den Kontakt zu Ihrer Ansprechpartnerin sowie Informationen und Formulare zur Herzschrittmacher-Kontrolle.

Stefanie Gilmer
Tel: 069 24741-6354
Fax: 069 24741-68819
E-Mail: Mail QS.FB1.4 <QS.FB1.4@KVHESSEN.DE>.de

Kassenärztliche Vereinigung Hessen
Qualitätssicherung Substitution & weitere Genehmigungen
Europa-Allee 90
60486 Frankfurt

Herzschrittmacher-Kontrolle

Für die Ausführung und Abrechnung zur Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers benötigen die Vertragsärzte eine Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen. Zudem gelten spezielle Qualitätssicherungsmaßnahmen, die in der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers festgehalten sind. Die Vereinbarung regelt die fachliche Befähigung sowie die apparativen Voraussetzungen.

Wer kann die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von Herzschrittmacher-Kontrollen beantragen?

Fachrichtung Bedingung
Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt „Kardiologie“
Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt „Kinder-Kardiologie“
Fachärzte für Innere Medizin Wenn Sie im Wesentlichen internistische Leistungen erbringen und ausschließlich an der fachärztlichen Versorgung teilnehmen.
Fachärzte für Allgemeinmedizin Wenn Sie im Wesentlichen internistische Leistungen erbringen und ausschließlich an der fachärztlichen Versorgung teilnehmen.
Praktische Ärzte Wenn Sie im Wesentlichen internistische Leistungen erbringen und ausschließlich an der fachärztlichen Versorgung teilnehmen.
Ärzte ohne Gebietsbezeichnung Wenn Sie im Wesentlichen internistische Leistungen erbringen und ausschließlich an der fachärztlichen Versorgung teilnehmen.

Weiterhin muss der Nachweis einer selbstständigen Indikationsstellung bzw. Sicherung der Indikation, Durchführung und Dokumentation von 200 Funktionsanalysen eines Herzschrittmachers oder implantierten Defibrillators unter Anleitung bei einem Arzt, der zur Weiterbildung ermächtigt ist, erbracht werden. Von den 200 Funktionsanalysen müssen mind. 20 bei implantiertem Defibrillator innerhalb von 36 Monaten vor Antragsstellung und mind. 100 bei zweikammer- bzw. frequenzadaptierten Systemen erfolgen.

 

Welche Leistungen können abgerechnet werden?

Es können Leistungen der Herzschrittmacher-Kotnrolle in der vertragsärztlichen Versorgung (GOP 04418 oder 13552) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) abgerechnet werden. Dabei sind die Gebührenordnungspositionen von der Versorgungsebene und der Fachrichtung abhängig.

 

Wie erfolgt die Erteilung einer Genehmigung?

Die Erteilung einer Genehmigung erfolgt nach einem Antragsverfahren bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen.

Hinweis:

Genehmigungen zur Ausführung und Abrechnung von genehmigungspflichtigen Leistungen können grundsätzlich nicht rückwirkend ausgesprochen werden. Eine Genehmigung kann in der Regel erst zu dem Datum erteilt werden, zu dem die Antragsunterlagen mit den entsprechenden Qualifikationsnachweisen vollständig bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen eingegangen sind. Hierbei wird auch der Zeitpunkt der Teilnahme an der Vertragsärztlichen Versorgung (Zulassung, Niederlassung, Ermächtigung oder angestellter Arzt) berücksichtigt, somit werden Genehmigungen nicht vor der Zulassung etc. erteilt.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Es müssen die fachlichen und apparativen Voraussetzungen erfüllt werden (§§ 3 und 4 der QSV).

Aufnahme der telemedizinischen Funktionsanalyse in den EBM

Seit dem 1. April 2016 kann die Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-System) auch telemedizinisch erfolgen und nach dem EBM abgerechnet werden. Neu aufgenommen werden die Gebührenordnungspositionen (GOP): 13554 und 04417

 

Ärzte benötigen Genehmigung

Die Berechnung der GOP 13552 und 13554 bzw. 04417 und 04418 setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle voraus.

Telemedizinische Funktionsanalyse: Änderungen zum 1. Januar 2017

Zum 1. Januar 2017 wurde eine Vereinbarung über grundsätzliche Anforderungen für telemedizinische Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung als neue Anlage 31 zum BMV-Ä geschlossen. Im Anhang 1 sind die spezifischen Anforderungen an die telemedizinische Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen geregelt bzw. definiert. Für die Durchführung und Abrechnung der telemedizinischen Funktionsanalysen nach den GOP 13554 bzw. 04417 EBM sind daher seit Anfang 2017 zusätzlich die Anforderungen entsprechend der "Vereinbarung über telemedizinische Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung" (Anlage 31 BMV-Ä) zu erfüllen.


EBM-Änderungen zum 1. Oktober 2017

Die Abrechnungssystematik für die Kontrolle von Schrittmachersystemen wird ab 1. Oktober 2017 differenzierter. Dafür werden nach einem Beschluss des Bewertungsausschusses neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen. Die neue Abrechnungssystematik berücksichtigt die unterschiedlichen Aggregattypen. Zum 1. Oktober 2017 werden die bisherigen GOP 04417 und 04418 (EBM-Kapitel 4 Pädiatrie) sowie 13552 und 13554 (EBM-Kapitel 13 Innere Medizin, Kardiologie) durch jeweils drei neue GOP für die konventionelle Kontrolle und zwei GOP für die telemedizinische Funktionsanalyse von Herzschrittmachern abgelöst.

 

Wer darf abrechnen?

Die Abrechnung der neuen GOP (sowohl konventionell als auch telemedizinisch) kann nur nach QS-Genehmigung der KV Hessen erfolgen. Die derzeitig gültige QS-Vereinbarung bleibt bis zum Inkrafttreten einer neuen Vereinbarung bestehen. Allerdings sind ab dem 1. Oktober 2017 Einschränkungen bei der Abrechnung zu beachten:

Zugelassene Internisten ohne Schwerpunkt Kardiologie

  • können, wenn sie zum Stichtag 30.06.2017 über eine QS-Genehmigung verfügen, die neuen GOP für die konventionellen Funktionskontrollen abrechnen.
  • können die neuen GOP für die telemedizinische Funktions-kontrollen nur dann noch abrechnen, wenn sie zum Stichtag 30.06.2017 bereits über eine QS-Genehmigung verfügen und bereits in mindestens zwei vor dem 30.06.2017 liegenden Quartalen solche Kontrollen abgerechnet haben.

Zugelassene Kinder-Kardiologen oder Internisten mit dem Schwerpunkt Kardiologie

  • können die neuen GOP (sowohl konventionell als auch telemedizinisch) bei vorhandener QS-Genehmigung ohne weitere Auflagen abrechnen.

 

Hinweis zu anstehenden Neuerungen der QS-Vereinbarung

Diese ist Stand heute für Ende des Jahres 2017 in Planung. Dabei soll:

  • die QS-Vereinbarung zur Herzschrittmacher-Kontrolle aktualisiert werden
  • eine QS-Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie abgestimmt werden
  • eine QS-Vereinbarung zur telemedizinische Funktionsanalyse abgestimmt werden.


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