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Liebe Mitglieder, gerade bei kritischen Themen stehen wir dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zur Seite. Wir, das sind ausgewählte Kolleginnen und Kollegen, die unsere Führungsebene mit Fachwissen unterstützen. Zum Beispiel im weitläufigen Bereich der Arznei- und Heilmittelverordnungen sowie dem Prüfwesen.

Dr. Wolfgang LangHeinrich,
Vorstandsberater
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Impfen

Masern - leistungsrechtliche Zusammenstellung

06.12.2016

Welcher Patient kann gegen Masern geimpft werden?

Kinder 

Nach den Empfehlungen der STIKO, der Ständigen Impfkommission am Robert Koch Institut - dem Expertengremium - und der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die das Leistungsrecht festlegt, haben alle Kinder einen Anspruch auf zwei Masernimpfungen. Diese beiden Impfungen sollen bereits im Babyalter ab dem elften Lebensmonat und ab dem 14. Lebensmonat gegeben werden. Die Masernimpfungen können aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt (bis zum 18. Geburtstag) nachgeholt werden. 

Die Masernimpfung muss nicht aufgefrischt oder geboostert werden. Mit einer Impfung ist man bereits vollständig immunisiert und damit geschützt. Allerdings sprechen nur ca. 90 Prozent der geimpften Personen auf die Impfung an. Um die restlichen zehn Prozent auch zu immunisieren, gibt es einfach die Empfehlung einer zweiten Impfung. Danach liegt die Rate der immunen Patienten über 95 Prozent und die Maserninfektion wäre ausgerottet.

In Hessen ist die Durchimpfungsrate bei den Kindergenerationen mit circa 90 Prozent recht gut, aber eben nicht hoch genug. Bei Kindern muss der Masern/Mumps/Röteln-Impfstoff (MMR-Impfstoff) gegeben werden. Die Masern-Monoimpfung ist bei Kindern keine Kassenleistung. 


Erwachsene
 

Impfstoffe gegen die Masernviren wurden etwa 1970 auf den Markt gebracht. Bei den Generationen, die vor 1970 geboren worden sind, muss man annehmen, dass diese die Masernerkrankung durchlebt haben und als immun gelten. Die Erkrankung führt zu einer lebenslangen Immunisierung. 

Mit Einführung der Impfungen wurden die meisten Menschen der damaligen Kindergenerationen geimpft, einige jedoch nicht. Es gibt somit Personen in der Bevölkerung, die weder die Erkrankung durchlebt haben noch geimpft wurden. Deshalb haben STIKO und G-BA vor wenigen Jahren die Empfehlung ausgesprochen, dass bei Patienten der Jahrgänge 1970, 1971, 1972, 1973 und jüngeren Jahrgänge der Impfpass auf Masernimpfungen kontrolliert werden sollte. 

Besteht keine oder nur eine einzelne Masernimpfung, dann können Sie als Arzt bei diesem Teil der erwachsenen Patienten zu Lasten der GKV eine einmalige Masernimpfung applizieren. Bevorzug sollte die Impfung mit dem Masern/Mumps/Röteln-Impfstoff (MMR-Impfstoff) erfolgen. Auch eine Impfung mit dem Monoimpfstoff ist möglich.

Patienten, die in den Jahren 1969, 1968, 1967 und zuvor geboren sind, erhalten keine Masern-Impfung zu Lasten der GKV. Bei diesen Patienten ist nach guter Aufklärung eine Impfung nur als private Leistung (ärztliche Leistung und Bezug des Impfstoffes) möglich.


Bezug des Impfstoffes 

Masern-Monoimpfstoff oder MMR-Impfstoff werden bei einer GKV-Leistung zu Lasten der AOK Hessen im Rahmen des Sprechstundenbedarfs verordnet. 


Masern-Titerbestimmung
 

Eine Titerbestimmung (Laborbestimmung) kann dem Arzt Informationen darüber geben, ob der Patient bereits mit dem Masernvirus oder dem Masernimpfstoff Kontakt hatte. Es bleiben dann Blutzellen zurück, die man im Labor bestimmen kann. Leider ist es aber so, dass eine Titerbestimmung auf Masern keine eindeutige Information liefert. Das bedeutet, es gibt eine Vielzahl von falsch positiven oder falsch negativen Ergebnissen, so dass man eine solche Bestimmung ablehnt. Deshalb sollte man diese Titerbestimmung auch nicht als GKV-Leistung anbieten und durchführen.


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