Nach obenZur Suche

Liebe Mitglieder, Ihre Ideen sind gefragt: Wir möchten Sie gerne bei der Umsetzung und Etablierung innovativer Konzepte zur Verbesserung der Versorgung unterstützen. Unter dem Punkt Versorgungskonzepte finden Sie nützliche Informationen zu diesen Themen. Für Ihre Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen persönlich gerne zur Verfügung.

Michael Möllmann,
BeratungsCenter Gießen

KVH|Sammelkorb aufrufen  Sammelkorb für Downloads:

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Sie haben noch keine Downloads gesammelt.

Wartungsarbeiten Internetseiten

Mittwoch, den 13.12.2017, von 11:30 bis 12:30 Uhr

Mehr
Online-Abrechnung mit KV-SafeNet

Praxisbörse

Sie möchten sich als Vertragsarzt oder -Psychotherapeut niederlassen? Oder suchen einen Nachfolger für Ihre Praxis? Unsere Praxisbörse bringt Sie zusammen!

Mehr

Versorgungskonzepte

Demenz

15.08.2014

Hier finden Sie Informationen rund um das Thema Demenz und Checklisten für Ärzte, Pflegende und Angehörige zum Download.

Demenz - die unterschätzte Herausforderung

Der demographische Wandel - ein inzwischen fast schon überstrapazierter Begriff, aber dennoch eine unbestrittene Tatsache - zwingt die heutige Ärzteschaft, seine Auswirkungen in ihrem Arbeitsalltag stärker zu berücksichtigen als dies vor einer Generation erforderlich war.

 

Heute leben etwa 1,3 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Für 2030 rechnet das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung mit rund zwei Millionen Erkrankten. Im Jahr 2050 könnten es sogar 2,6 Millionen sein.

Die oft schleichend beginnende Symptomatik einer Demenz frühzeitig zu erkennen bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit. Nur zu oft werden Frühsymptome von Angehörigen und Wegbegleitern in der nahen Umgebung der Betroffenen übersehen oder verdrängt. Aber hier sind die ersten Signale am ehesten wahrnehmbar, häufig ohne dass zunächst eine ärztliche Beratung diesbezüglich für notwendig erachtet wird. Bekanntlich sind  die therapeutischen, insbesondere die medikamentösen  Möglichkeiten zur Behandlung der vielschichtigen Ursachen einer demenzauslösenden Erkrankung trotz hoffnungsträchtiger Forschungsergebnisse noch immer gering. Immerhin vermögen im Frühstadium Bewegungsaktivität, mentales Training, Beseitigung vaskulärer Risikofaktoren und  positive Lebensumstände im weitesten Sinne die Progression der Symptomatik zu verlangsamen oder bei bereits vorhandener Signifikanz abzumildern.

Vernetzte regionale Strukturen

Von den Auswirkungen sind nicht nur die Erkrankten selbst betroffen, sondern auch ihre pflegenden Angehörigen und ihr soziales Umfeld. Nimmt das kognitive Leistungsvermögen ab oder wird gar die Diagnose Demenz gestellt, entstehen viele Fragen, Sorgen und Ängste. Erkrankte und ihre Angehörigen suchen nach einem Ansprechpartner. In einzelnen Regionen wurden daher bereits sog. „Demenz Foren“ initiiert. So steht z.B das Forum Demenz Wiesbaden mit seiner Geschäftsstelle im Amt für Soziale Arbeit mit seinem großen Spektrum an Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Seite. Hinweise auf die örtliche Beratungshotline enthalten die Plakate, die ab Herbst 2012 in Wiesbaden unter anderem auch an die Praxen der niedergelassenen Ärzte verteilt werden.

Als Hilfsinstrumente bei der Bearbeitung des Themas Demenz hat der Arbeitskreis Forum Demenz, Kreis Offenbach, unter Federführung von Herrn Prof. Klimke, Klinikum Offenbach, zwei Checklisten auf Basis der DEGAM-Leitlinien entwickelt. Es handelt sich dabei einmal um einen ,,Fragebogen für Angehörige und Pflegekräfte von Menschen mit Demenz“, der dem angesprochenen Personenkreis helfen soll, bei bestehendem Verdacht eine dementielle Erkrankung frühzeitig in Betracht zu ziehen und ärztliche Beratung zu veranlassen. Eine weitere  Liste ist eine ,,Checkliste Differentialdiagnose für Ärzte“, die in einer übersichtlichen Zusammenfassung darstellt, woran bei dementieller Symptomatik differentialdiagnostisch zu denken wäre. Beide Listen können bei Bedarf am Ende dieser Seite heruntergeladen werden.

Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) - Ausbau und Stärkung der nichtärztlichen Leistungen

Zum ersten Mal erhalten Menschen mit Demenz, die bisher kaum oder gar nicht berücksichtigt wurden, Leistungen der Pflegeversicherung. Angehörige und Pflegebedürftige haben in Zukunft mehr Wahlfreiheiten, um die Pflege an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. So können sie Zeitkontingente mit ambulanten Diensten vereinbaren. Außerdem werden neue Wohnformen gestärkt, damit die Menschen so lange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können und nicht ins Heim gehen müssen. Mehr Transparenz und Service der Pflegekassen sind weitere Verbesserungen für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen.

 

Morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) 

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat für das Jahr 2013 das Raster von 80 Krankheiten verändert, mit dem die "Morbiditätslast" der Versicherten einer Kasse ermittelt wird.

Berücksichtigt werden vor allem Krankheiten mit schwerwiegendem Verlauf, die besonders kostenintensiv sind. So wird u.a. Demenz - einschließlich der Alzheimer-Erkrankung und vaskulärer Demenz - aus dem Katalog herausgenommen.

An diesem Beispiel zeigen sich die Folgen der Sektorisierung des Gesundheitswesens: Mit dem Morbi-RSA werden nur die Kosten der Krankenversicherung betrachtet. Was eine leitliniengerechte Therapie und die Ausnutzung der Rehabilitationspotenziale für die Pflegekassen und auch für die Versorgung durch die Familien bedeutet, wird nicht berücksichtigt - somit wurde die Chance vertan, die umfassende medizinische Behandlung von Demenzkranken zu verbessern.


einen Moment bitte